Ein Suchplakat für einen Hund erstellen: was darauf gehört
Ein Suchplakat für einen Hund hat drei Sekunden, um vom Gehweg aus gelesen zu werden. Darauf kommt es an.
Ein scharfes Foto, auf dem Ihr Hund von vorn und gut beleuchtet zu sehen ist, seine ungefähre Größe („Schäferhund, 30 kg“ sagt mehr als ein Rassename), die Farbe des Halsbands, falls er eines trägt, und Ort und Datum des Verschwindens. Als Kontakt genügt eine Nummer mit Mailbox.
Was fast immer fehlt: der Hinweis, dass er gechippt und als vermisst gemeldet ist, und ein Merkmal, das man von weitem sieht, ein Fleck, ein hängendes Ohr, eine weiße Pfote. Dieses Detail macht aus „ich habe einen Hund gesehen“ ein „ich habe Ihren gesehen“.
Einen vermissten Hund sucht man anders als eine Katze
Der Unterschied ändert, wo Sie suchen und wo Sie plakatieren.
Eine verschreckte Katze versteckt sich, oft weniger als zweihundert Meter von zu Hause, und das über Tage. Ein Hund läuft. Er kann in einer Nacht mehrere Kilometer machen, einer Straße folgen, die Gemeinde wechseln. Plakatieren Sie deshalb weit: nicht nur in Ihrer Straße, sondern an den Straßen, die aus dem Viertel hinausführen, an Parks, und in den Nachbargemeinden, wenn es länger als einen Tag her ist.
Der zweite Unterschied: Einen frei laufenden Hund nimmt fast immer jemand mit. Und weil ein zugelaufenes Tier in Deutschland rechtlich ein Fund ist, muss der Finder es unverzüglich bei der Gemeinde anzeigen; die Gemeinden geben ihre Fundtiere in der Regel an das Tierheim weiter, mit dem sie einen Fundtiervertrag haben. Rufen Sie also das Fundbüro oder Ordnungsamt, das Tierheim und die Tierarztpraxen an, und nicht nur die Ihrer eigenen Gemeinde, sondern auch die der Nachbargemeinden. Ist Ihr Hund in Richtung Feld oder Wald gelaufen, sagen Sie es auch dem Förster und dem Jagdpächter des Reviers.
Schreiben Sie außerdem einen Satz auf das Plakat, an den wenige denken: „Bitte nicht hinterherlaufen, rufen Sie mich an.“ Ein verängstigter Hund flieht, sobald jemand auf ihn zuläuft, und jede Verfolgung bringt ihn weiter weg. Wer stehen bleibt, sich hinhockt und telefoniert, hilft Ihnen viel mehr als jemand, der ihn fangen will.
Zwei Angaben, die zum Anruf führen
Die Größe, nicht nur die Rasse
Viele Menschen erkennen keine Rassen, aber „klein“, „mittel“ und „groß“ sagt jeder. Geben Sie eine Größenordnung und ein ungefähres Gewicht an: Das beruhigt auch die Zeugen, die sich an einen Hund, den sie für mächtig halten, nicht herantrauen.
Chip und Vermisstmeldung
Schreiben Sie dazu, dass er gekennzeichnet ist. Eine Tierarztpraxis oder ein Tierheim, das den Chip liest, sieht sofort, dass er gesucht wird, und ruft Sie an. Melden Sie ihn dafür bei TASSO und bei FINDEFIX als vermisst, während Sie die Plakate aufhängen. Beides ist kostenlos, und beide nehmen die Meldung auch für ein Tier an, das dort vorher nicht registriert war.
Wo die Plakate hin sollen, und wen Sie anrufen
Das Plakat wirkt am besten, wenn gleichzeitig ein paar Telefonate laufen.
Auf der Straße zählen die Orte, an denen Menschen stehen bleiben: Ampeln, Kreisverkehre, Bushaltestellen, Bäckereien, Schulen, Parkeingänge, und die Schaufenster von Tierarztpraxen, Hundesalons und Futterläden, die fast immer mitmachen. Sprechen Sie auch die Menschen an, die täglich durch das Viertel gehen: Postboten, Paketboten, Hundeausführer, die Leute vom Bauhof.
Am Telefon gehen Sie das Fundbüro oder Ordnungsamt, das Tierheim, die Tierarztpraxen und die Tierschutzvereine Ihrer Gegend durch, dann die Nachbargemeinden. Im Netz teilen Sie die Story-Fassung in den Nachbarschafts- und Tierhilfegruppen und stellen Ihre Meldung auf Animalert online, damit die angemeldeten Menschen rund um den Ort des Verschwindens automatisch benachrichtigt werden.
FAQ - Häufige Fragen
Soll die Rasse meines Hundes auf das Plakat?
Schreiben Sie sie dazu, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Wenige Passanten erkennen eine Rasse, „großer schwarzer Hund, 30 kg, rotes Halsband“ versteht jeder. Die Rasse ist eine Ergänzung, nie ein Ersatz für Größe und Farbe.
Mein Hund ist ängstlich, wie schreibe ich das?
Schreiben Sie es deutlich auf das Plakat, zusammen mit dem Hinweis, der dazugehört: „ängstlich, bitte nicht hinterherlaufen, rufen Sie mich an“. Ein verängstigter Hund flieht vor jedem, der auf ihn zuläuft, und kann dabei sehr weit weg geraten. Wer sich hinhockt, ihn nicht anstarrt und Sie anruft, tut viel mehr für seine Rückkehr.
Wie weit soll ich plakatieren?
Weiter als bei einer Katze. Ein Hund schafft in einer Nacht mehrere Kilometer, also über Ihre Straße hinaus: die Straßen aus dem Viertel heraus, die Parks, und die Nachbargemeinden, wenn es länger als einen Tag her ist. Stecken Sie die Blätter in Klarsichthüllen und tauschen Sie beschädigte nach ein paar Tagen aus.
Mein Hund ist gechippt, genügt das?
Der Chip meldet von sich aus nichts: Er wird gelesen, in einer Praxis, im Tierheim oder bei einem Tierschutzverein, und die Nummer dann in einem Register nachgeschlagen. Melden Sie ihn deshalb bei TASSO und bei FINDEFIX als vermisst, damit seine Nummer schon bei der ersten Abfrage als gesucht auftaucht. Ein Pflichtregister des Landes, etwa in Niedersachsen, Berlin oder Hamburg, dient der Halterfeststellung durch Behörden und ist kein Suchdienst.
Hat Ihnen dieses Werkzeug geholfen?
Schreiben Sie uns, was Sie davon halten. Ihre Rückmeldung hilft uns, es für die Familien zu verbessern, die nach Ihnen ihr Tier suchen.




